Feinschneiden versus Stanzen – welches Verfahren bietet die meisten Vorteile

Posted by NetBid on Jan 16, 2019 12:49:06 PM

In der Metall- und Blechverarbeitung haben sich in den letzten Jahrzehnten vor allem zwei verschiedene Verfahren für formgebende Trennverfahren etabliert und finden bei der Fertigung von Serienteilen Verwendung. Das eine ist das Stanzen und das andere das Feinschneiden. Bei beiden Verfahren gibt es mittlerweile hochleistungsfähige Maschinen und Automaten auf dem Markt zu haben, die effizient und produktiv arbeiten.

Heute lassen sich mit fein justierten und angepassten Pressen dicke und dünne Bleche und Metalle gleichermaßen sehr präzise und vor allem in einer großen Geschwindigkeit stanzen. Wo das Stanzen als eines der traditionellsten Metallbearbeitungsverfahren gilt, bringt das Feinschneiden andere Vorteile mit sich – durch den optimalen Glattschnitt ist keine Nachbearbeitung der Schnittlinie nötig. Das Feinschneiden wurde bereits in den 50er-Jahren entwickelt, und zwar von den findigen Schweizern. Das Stanzverfahren ist hierbei um einiges langsamer, aber dank des Glattschnittes sind präzise Schnittflächen möglich.

1. Stanzen

Das Stanzverfahren ist bereits über 100 Jahre alt und bringt damit eine lange Tradition in der Metallbearbeitung mit. Einst eine eher grobe und gewaltsame Art der Blechbearbeitung, so hat sich heute dank eines vielfach besseren Werkzeugbaus und hochwertigerer Werkzeugmaschinen das Verfahren des Stanzens wesentlich weiterentwickelt. Auch die höhere Qualität des Materials spielt hier natürlich mit hinein und bedingt vielfach präzisere Ergebnisse.

Heute bieten verschiedene Unternehmen wie Trumpf oder Bruderer qualitative Hochleistungsmaschinen, die mit bis zu 2.000 Hüben pro Minute besonders schnell und effizient sind. Großserien sind damit absolut kein Problem mehr. Hohe Hubzahlen lassen sich allerdings nur bei eher dünnen Blechen realisieren, die wenige Millimeter nicht überschreiten. Typischerweise werden Stanzverfahren auch heute noch vorwiegend in der Medizintechnik, der Mikroelektronik oder der Feinmechanik verwendet. Folgeverbundwerkzeuge wie Biegen, Prägen oder Nieten sind dabei keine Seltenheit.

Nachteile Stanzen

Bei dickeren Blechen werden aber schon die ersten Nachteile beim Stanzen sichtbar: Die Hub- und damit die Stückzahlen reduzieren sich je nach Dicke deutlich, die Pressen müssen mit größeren Kräften arbeiten – das erfordert nicht nur mehr Energie bei der Herstellung, das Blech reißt mitunter bei den größeren Kräften beim Schnittschlag ein und franst an den unteren Kanten aus. Eine Nachbearbeitung ist bei dickwandigen Materialien daher ziemlich häufig notwendig. Ein Feinschnitt macht genau dieses obsolet und sorgt für einen glatten und präzisen Schnitt.

2. Feinschneiden

Beim Feinschneiden werden die Blechteile auf präzise Weise spanlos und glatt getrennt und auf Wunsch noch umgeformt. Erfunden wurde das innovative Verfahren von Fritz Schiess aus Lichtensteig in der Schweiz. Die Presse ist beim Feinschneiden im Gegensatz zum Stanzen dreifach wirkend – das ergibt eine hohe Führungsgenauigkeit. 100 Hübe pro Minute und teils sogar mehr sind heute keine Seltenheit bei Feinschneidepressen. Von Vorteil ist das Feinschneiden vor allem bei Blechdicken von 0,5 bis 17 mm, hier punktet das Verfahren mit einer hohen Wirtschaftlichkeit. Eine Steigerung der Hubzahlen wurde unter anderem mit der seit 2004 gängigen Lineartechnik mit Servosteuerung erreicht. Durch den Servoantrieb wurde der Schnittschlag endgültig verabschiedet.

Welches Verfahren ist besser?

Ob Sie sich für das Verfahren des Feinschneidens oder Stanzens entscheiden, ist abhängig von unterschiedlichen Faktoren. Ausschlaggebend sind immer Materialart und Materialdicke sowie die geforderten Stückzahlen. Auch die Verwendung spielt eine entscheidende Rolle ebenso die Qualität der Schnittfläche. Als Faustregel gilt: Die Feinschneidpressen sind um einiges hochpreisiger und auch langsamer als die Stanzmaschinen, dafür ist der Glattschnitt feiner und erfordert keine Nachbearbeitung auch bei dicken Materialien.

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